Tschad

Tschad

Große Tschad-Expedition

27tägige Expeditionsrundreise mit allen Highlights

Flug von Frankfurt am Main über Addis Abeba nach N’Djamena; durch Sahellandschaft den Gazellenfluss entlang und durch die hellen Dünen des Erg Djourab bis Faya; in nordwestlicher Richtung reisen wir durch Felsen- und Sandlandschaften; über weite Ebenen und vorbei am markanten Felsen Ehi Atron in die Dünen des Erg Bilma; durch Wadi Yao und die schöne Tassili-Landschaft Marmar zum Ort Zouarké nahe Zouar am Fuße des Tibesti-Gebirges; Fahrt ins Gebirge zu einem der Höhepunkte dieser Reise zum Vulkankrater „Trou au Natron“; dann wieder bergab nach Bardaï, dem Hauptort des Tibesti; Begegnungen mit den hier lebenden Tubu; über kleine idyllische Tubu-Dörfer im Gebirge gelangen wir in die bizarre Felsen- und Sandlandschaft von Kezen und über das schön gelegene Tubu-Dorf Gouro mit seinen zahlreichen Palmen zu den als Weltnaturerbe unter UNESCO-Schutz stehenden Ounianga-Seen; durch die Mourdi-Depression und Bischagara geht es in das phantastische Ennedi; Entdeckung des kaum bekannten Gebietes mit seinen zerklüfteten, labyrinthischen Tafelbergen; eine bizarre Wüstenlandschaft mit kathedralen- und burgenähnlichen Sandsteinbergen; in Schluchten versteckte prähistorische Felsbilder mit Darstellungen von Tieren und Menschen; die Archeï-Schlucht: hier leben bis heute saharische Krokodile; wir besuchen den Felsbogen von Aloba und treffen Angehörige verschiedener Ethnien; unvergessliche Fahrten durch Urlandschaften; von Oum Chalouba nach Abeché und vorbei an mehreren Dörfern mit bunten afrikanischen Märkten zurück nach N’Djamena; Rückflug über Addis Abeba nach Frankfurt am Main.

Termine und Preise:
09.10.2017-04.11.2017  EUR 4990
20.11.2017-16.12.2017  EUR 4990
17.12.2017-12.01.2018  EUR 4990
04.02.2018-02.03.2018  EUR 4990
08.10.2018-03.11.2018  EUR 4990
19.11.2018-15.12.2018  EUR 4990
16.12.2018-11.01.2019  EUR 4990

EZ/EZelt-Zuschlag: EUR 65
Rail&Fly (Zug zum Flughafen): EUR 60

Leistungen:
Linienflüge mit Ethiopian Airlines oder anderen Linienflug-gesellschaften in der Touristenklasse ab/bis Frankfurt am Main; alle Transfers im Zielgebiet; Vollverpflegung; Wüstentour mit Geländewagen laut Ausschreibung; Betreuung durch einheimische Mannschaft; 1 Hotelübernachtung in N‘Djamena; sonstige Übernachtungen in Zelten; deutschsprachige Reiseleitung

Nicht enthalten:
Visagebühren für Tschad, persönliche Ausgaben, Trinkgelder

Teilnehmer:
min. 6 - max. 14 Personen

Tourverlauf

1. Tag
Frankfurt am Main – N‘Djamena
Flug von Frankfurt am Main über Addis Abeba in Richtung N’Djamena, der Hauptstadt der Republik Tschad mit ihren 600.000 Einwohnern. Der Tschad gilt mit seinem Staatsgebiet von über einer Millionen Quadratkilometern und seinen 11 Millionen Einwohnern als das am wenigsten erforschte Land im Gebiet der Sahara, das auch bis heute eher selten bereist wird. Trotz der Forschungsreisen eines Heinrich Barth (1821–1865) und eines Gustav Nachtigal (1834–1885) sind die Naturlandschaften des Tschads bisher nur einigen wenigen Sahara-Liebhabern bekannt.
Die Bevölkerung setzt sich aus unterschiedlichsten Ethnien zusammen, von denen uns in Europa die halbnomadisch-lebenden Tubu noch am ehesten bekannt sein dürften. Weitere Ethnien die hier teils konfliktreich teils friedlich miteinander leben sind die Kereda, die Kanembu, die Daza, die Gaeda, die Bedeyat und die auch in Mali lebenden Peul und Kanuri. Idriss Déby Itno, der dem Tschad seit 1990 als Präsident vorsteht, entstammt der Ethnie der Zagawa, die in der Region um Fada – der Präfektur der Ennedi-Region – ihre Wurzeln hat. Obwohl diese Aufzählung nur unvollständig bleiben kann, vermittelt sie doch einen ersten Eindruck der ethnischen und daher auch kulturellen Vielfalt des Landes. Ein interessanter Unterschied zu den meisten der anderen Sahara-Länder ist der mit 35 Prozent hohe Anteil von Christen. Aufgrund des hohen Anteils an Animisten zu Beginn der französischen Kolonialzeit konnten die Franzosen, als sie das Land 1960 in die Unabhängigkeit entließen, auch in dieser Hinsicht merkliche Spuren hinterlassen.
Der Tschad muss aufgrund einer so gut wie nicht vorhandenen Infrastruktur, nur sehr mangelhafter Gesundheitsvorsorge und einem wenig ausgebauten Bildungssystem sicherlich als unterentwickeltes noch sehr ursprüngliches Land bezeichnet werden. Eine bessere Zukunft erhofft sich das sehr arme Land seit Jahren durch die Erdölexporte, um dann mehr in das Gesundheits- und Bildungssystem sowie in die Infrastruktur und die Armutsbekämpfung investieren zu können. Nach den unruhigen letzten Jahren sind politisch seit ca. 3 Jahren positive Signale zu verzeichnen. Präsident Déby hat im Januar 2011 zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes eine Generalamnestie für alle politischen Gefangenen erlassen. Im Februar 2011 fanden Parlamentswahlen und im April 2011 die Präsidentschaftswahl statt, aus der Déby als Sieger hervorging. Beide Wahlen – obschon sicherlich nach europäischen Maßstäben weit von demokratischen Vorstellungen entfernt – zogen keine gewaltsamen Auseinandersetzungen nach sich. Dies war umso erfreulicher, als es in der Vergangenheit häufig im Nachgang zu Wahlen zu Unruhen gekommen war. Die Beziehungen zum Nachbarland Sudan haben sich mittlerweile leidlich normalisiert, so dass insgesamt die Hoffnung auf eine Stabilisierung des Landes besteht.

2. Tag
N’Djamena – Massakori
Ankunft in N’Djamena. Empfang durch unsere einheimische Mannschaft und kurze Erholungspause. Unsere Reise beginnen wir mit den Geländewagen in Richtung Nordosten und nehmen die Piste, die durch das Schwemmland des Tschad-Sees nach Moussoro führt. Die Landschaft lässt sich hier kaum eindeutig zuordnen und wechselt zwischen savannen- und sahelähnlichem Charakter. Mal ist sie vegetationsreich, dann wieder wüstenartig. Nachtlager in der Nähe der kleinen Ortschaft Massakori (F, ME, AE).

3. Tag
Massakori – Moussoro – Salal
In den von uns durchquerten ausgetrockneten Flussbetten sehen wir entlang der Piste viele grüne Akazien, Palmen und Savannen-Büsche. Wir fahren parallel zum Gazellenfluss „Bahr el Ghazal“ teilweise auch im heute trockenen Flussbett. Unsere Phantasie ist gefragt, um uns anhand der geologischen Formen eine Vorstellung von damals noch feuchteren Zeiten machen zu können. Das vormals den Fluss füllende Wasser ist heute um einige Meter tief unter die Erde gesunken. Durch Brunnen kann es aber auch jetzt noch zutage gefördert werden, so dass hier – wie immer in der Sahara und im Sahel in der näheren Umgebung von Wasser – viele Menschen kleine Gärten betreiben. Auch liegen zahlreiche kleine Dörfer an unserem Weg. Die meisten Menschen leben von der Tierhaltung und es gibt insgesamt wenig Landwirtschaft z.B. mit Anbau von Gemüse obwohl der Boden fruchtbar scheint und das Grundwasser vorhanden ist. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel in der Nähe von Salal, einem kleinen Dorf, dessen Häuser aus den für den Sahel typischen Lehmziegeln gefertigt wurden. Außerhalb des Ortes in einem Tal schlagen wir unser Nachtlager unter dem funkelnden Sternenhimmel auf (F, ME, AE).

4. Tag
Salal – Erg Djourab
Nachdem wir unsere Fahrt noch eine gute Strecke fortgesetzt haben endet Bahr el Ghazel in einer flachen Ebene. Hier hat die Landschaft mit ihrer Vegetation noch Sahelcharakter, was unsere Chancen erhöht, vielleicht auf eine oder mehrere der hier noch lebenden Gazellen zu treffen, die oft in dieser Gegend weit weg von menschlichen Feinden nach Futter suchen. Bald bekommt die Landschaft immer mehr Wüstencharakter und wird sandiger. Kurz nach der Ortschaft Kouba tauchen die ersten Wanderdünen des Erg Djourab am Horizont auf. In diesem Sandmeer wurde im Juli 2001 der mit einem Alter von 7 Millionen angegebene und damit wohl älteste menschliche Vorfahr, der „Sahelanthropus tchadensis“ von einem tschadisch-französischen Forscherteam gefunden. Er wurde „Toumaï“ getauft, was so viel wie „Hoffnung auf Leben“ heißt und ein Name ist, den im Tschad traditionell Kinder erhalten, die kurz vor der Trockenzeit geboren werden. Wir erreichen die südlichen Ausläufe des Erg Djourab und suchen uns einen schönen Platz, um unsere müden Häupter zur Ruhe zu betten (F, ME, AE).

Tschad   Tschad

5. Tag
Erg Djourab – Faya
Nach dem Frühstück starten wir unsere Fahrt durch das Sandgebiet vom Erg Djourab. „Erg“ ist ein arabisches Wort und bedeutet „Sandmeer“. Entgegen landläufiger Vorstellungen von einer reinen Sandwüste sind nur 20 Prozent des 9 Millionen Quadratkilometer umfassenden Gebietes der Sahara von Sand bedeckt. Kleinster Ursprung eines jeden Erg ist die Düne, über deren Entstehung es verschiedene Ansichten gibt. Eine Meinung ist, dass man Dünen häufig als Randbegrenzungen von offenen Schotter- und Kiesebenen finde. Die raue Oberfläche dieser Ebenen sei gewöhnlich von Sand bedeckt, der dort abgelagert werde, wenn der Wind sich lege. Frische der Wind wieder auf, so werde der Sand ausgeblasen und begänne in Sprüngen zu wandern, wobei die Sandkörner auf der harten Unterlage besonders gut sprängen. Träfen sie jedoch auf einen Sandfleck, der sich in einer Mulde oder hinter einem Felsen angesammelt habe, sprängen sie gleich nicht mehr so gut und bildeten allmählich einen Haufen – dies sei die Geburtsstunde einer Düne. Solange der Wind weiteren Sand heranträgt, wächst die Düne weiter, bis sie eine Höhe von etwa anderthalb bis drei Metern erreicht hat. Als Schöpfung jahrtausendealter Sandbewegung, vom Wind hervorgerufen und zu wellenartigen Mustern gigantischen Ausmaßes geformt, finden wir hier also nun das Sandmeer von Djourab. Aus der Vogelperspektive lassen Grate und Berge aus Sand, die vom Wind in Bänder und Krater gelegt sind, den Erg wie eine Mondlandschaft erscheinen.
Nachdem wir die Etappe durch den Erg Djourab sicherlich mit mehrmaligem Festfahren im weichen Sand und gemeinschaftlichem Herausschieben absolviert haben, fahren wir über eine Ebene an deren Ende wir einen Übernachtungsplatz zwischen Felsen und Sand suchen (F, ME, AE).

6. Tag
Faya – Kaorchi
Wir erreichen am Vormitttag die Oase Faya Largeau, „die Perle des Nordens“. Sie ist die Hauptstadt der Borkou-Region, der flächenmäßig mit Abstand größten der 18 Regionen des Tschads. Früher war Faya ein wichtiger Knotenpunkt von Handelskarawanen, die Waren und Sklaven zwischen Libyen und Sudan transportierten. Nachdem wir nun bereits 1000 km von N’Djamena entfernt sind, werden wir hier unsere Vorräte ergänzen und einen kleinen Bummel durch die Gassen unternehmen, bevor wir Faya verlassen und uns nach einer Mittagpause außerhalb Fayas in der Wüste in der Nähe von Kaorchi einen Platz für die Nacht suchen (F, ME, AE).

7. + 8. Tag
Südliche Tibesti-Ausläufer
Wir passieren zahlreiche kleine Tubu-Dörfern mit üppigem Palmenbestand und einigen Salinen wie z.B. die Dörfer Bedo und Tigui. Die Menschen hier leben vom Handel mit Datteln und Salz, besitzen auch Kamele, Schafe und Ziegen. So gelangen wir in die südlichen Ausläufer des Tibesti-Gebirges. Wunderschöne Felsformationen meist aus Sandstein begleiten uns auf unserer zum Teil schwierigen Route ins Gebirge. Diese dunkle lebensfeindliche Urlandschaft erhält durch Stellen mit hellem Sand, kleine Dünen und grüne Täler ein freundlicheres Gesicht. Wir übernachten an schönen Stellen zwischen hohen bizarren Felsen in weichem Sand. Über das auf der westlichen Seite des höchsten Bergs der Sahara Emi Koussi gelegene Gebiet Tigui Aiguilles gelangen wir nach Onur, einer schönen Gegend mit rötlichem Sand (F, ME, AE).

9. Tag
Onur – Ehi Atroun – Erg Bilma
Durch weitere Wadis mit Akazien, wo wir mit etwas Glück Gazellen sehen können, die oft hier in dieser einsamen und ruhigen Gegend ungestört leben verlassen wir das Gebirge und fahren in Richtung Nordwesten. Wir queren eine weite unendlich erscheinende Ebene und haben lange Zeit den Eindruck, ins Nichts zu fahren, bis irgendwann bei guter Sicht am Horizont ein einzelner Felsen, wie eine Insel inmitten dieses Meeres von Nichts, erscheint. Es dauert noch eine ganze Weile bis wir den markanten Felsen Ehi Atroun erreichen und dann von dort aus schon die östlichen Ausläufer des Erg Bilma sehen können. Wir fahren eine kurze Strecke und erreichen die Dünen des Erg Bilma. Hier suchen wir einen schönen Platz für die Nacht mitten im Sandmeer (F, ME, AE).

10. Tag
Erg Bilma – Zouarké
Wir verlassen bald die Dünen des Erg Bilma, queren das Wadi Yao und fahren dann parallel zu den Dünen bis wir uns schon inmitten der wunderschönen Tassili-Landschaft vom Marmar mit ihren bizarren Sandsteinformationen und kleinen Sanddünen befinden. Weiter geht es in nordöstlicher Richtung und wir erblicken in der Ferne die Silhouetten des Tibesti-Gebirges. Durch einige Wadis mit Akazien und an schwarzen Felsen vorbei erreichen wir die Ortschaft Zouarké am Fuße des Tibesti-Gebirges. Da hier üblicherweise die Grenzformalitäten für Niger und Libyen erledigt werden müssen, trifft man häufig auf zahlreiche Lastwagen, die sowohl Unmengen an Waren als auch Menschen transportieren. Auch wir müssen uns bei den Behörden anmelden, bevor wir ins Gebirge fahren. Nach den vorgeschriebenen Formalitäten suchen wir einen Platz in der Wüste zwischen bizarren Felsen am Südrand des Tibesti-Gebirges (F, ME, AE).

11. Tag
Zouarké – Trou au Natron
Das Tibesti ist ein Gebirgszug der aus Vulkanen besteht und ob seiner abgeschiedenen Lage bis heute weder detailliert erforscht geschweige denn häufig bereist wurde. Dies liegt aber auch daran, dass zum einen in den Zeiten des libysch-tschadischen Krieges (1978-1987) hier Minen verlegt wurden und es zum anderen bis in die jüngste Vergangenheit hinein in diesem Gebiet Auseinandersetzungen zwischen aufständischen Tubu aus dem Tibesti und der Regierung gab. Diese wurden im Jahr 2010 beendet, es wurde eine Generalamnestie für alle Rebellen erlassen, so dass sich die Region inzwischen im Wesentlichen wieder beruhigt hat. Internationale Teams unter anderem aus der Schweiz und aus Japan haben in den letzten Jahren die Minenräumung übernommen und große Teile des Tibesti als wieder „minenfrei“ deklariert, so dass in den letzten Jahren bereits erste europäische Touristengruppen das Tibesti wieder bereist haben.
Wir fahren nun in nördlicher Richtung bergauf über die für die Reifen unserer Geländewagen „mörderische“ Piste in Richtung Trou au Natron „Natron-Loch“ und hoffen, dass wir diese Passage ohne zu große Reifenschäden absolvieren können. Eindrucksvoll zeigt uns der 3.315 Meter hohe Gipfel des Pic Toussidé den Weg. Unser nächstes Ziel ist der legendäre Vulkan-Krater Trou au Natron „Natronloch“, die eindrucksvollste vulkanische Reliefform des Tibesti. Unseren Augen bietet sich ein atemberaubender Anblick, denn unvermittelt öffnet sich die Erde und wir stehen vor einem Loch mit ca. 7 km Durchmesser. Senkrechte Lavawände stürzen fast 1000 Meter in die Tiefe und die schwarzen, ebenmäßigen Konturen des Kraters heben sich scharf vor der dahinter liegenden Berglandschaft ab. Die weißen Ablagerungen in der Tiefe des Kraters reflektieren wie Spiegel die brennende Sonne. Aus dem mit Natron-Salz bedeckten Kratergrund erhebt sich ein kleiner Vulkankegel ähnlich wie der des Waw an Namus in Libyen. Wir gehen entlang des Kraterrandes spazieren und genießen den Zauber dieses Naturwunders – ein sicherlich einmaliges Erlebnis, das uns allen in Erinnerung bleiben wird. Übernachtung in der Nähe des Vulkankraters (F, ME, AE).

12. Tag
Trou au Natron – Bardaï
Wir verlassen den Vulkan-Krater und fahren durch das Gebirge in Richtung Bardaï. Es geht konstant bergab, wir queren einige Wadis im Gebirge flankiert von schwarzen Bergen vulkanischen Ursprungs, dunklem und hellem Gestein. Basalt, Granit, Bimsstein und Sandstein säumen hier in verschiedenen Formen unseren Weg. Mitten im Gebirge wachsen in kleinen Wadis Heilpflanzen wie Wermut und einige Nomaden mit ihren Ziegen und Kamele leben immer noch hier. Nach einer Mittagpause in einem der wenigen Wadis erreichen wir am Nachmittag den schön gelegenen Hauptort des Tibesti Bardaï. Nach der vorgeschrieben Anmeldung bei den Behörden und einem kurzen Bummel über den Markt wo wir unsere Vorräte ergänzen können, verlassen wir Bardaï und suchen einen schönen Übernachtungsplatz in der Nähe der bemalten Felsen. Im Jahr 1989 hat der französische Künstler Jean Vérame eine Ansammlung von Felsen aus Sandstein mit verschiedenen Farben bemalt. Die Einschätzungen der Besucher dieser Felsen reichen von „genial“ und „zauberhaft“ bis „absurd“ und „unnötiger Eingriff in der Natur“. Auch wir können uns nach Betrachten dieser Felsen unsere Meinung darüber bilden, denn sehenswert sind sie allemal, ob mit oder ohne Farbe (F, ME, AE).

Tschad   Tschad - Trou au Natron

13. Tag
Bardaï – Yebbi Souma
Heute geht es durch schöne Wadis mit grünen Tamarisken und eindrucksvolle Schluchten. Über Wadi Zoumri und den darin gelegenen gleichnamigen kleinen Ort geht es wieder bergauf ins Gebirge. In der Landschaft finden wir teils schwarzen Lava-Stein, hohe Basaltsäulen und Wadis mit grünen Bäumen. Am Abend erreichen wir unser Nachtlager im Wadi Yebbi Souma in der Nähe des gleichnamigen Tubu-Dorfes (F, ME, AE).

14. Tag
Yebbi Souma – Yebbi Bou – Tassili Kezen
Auf unserer Weiterfahrt durch das Gebirge erreichen wir bald das Tubu-Dorf Yebbi Bou. Völlig der Landschaft angepasst fügen sich die gepflegten, kunstvoll geformten Kuppelbehausungen der Tubu in die schwarze Vulkanlandschaft' ein. Einige hundert Palmen strecken ihre Häupter aus einer versteckten Schlucht in den sengenden Himmel. Wir werden unsere Wasservorräte an einem Brunnen ergänzen und setzen unsere Fahrt durch das Gebirge fort. Die Berge vor uns werden noch einmal imposanter und eindrucksvoller bevor wir dann das Bergmassiv hinter uns lassen. Schon bald sehen wir die ersten kleinen Sanddünen und die faszinierende Tassili-Landschaft Kezen liegt vor uns. In dieser aus bizarren Sandsteinformationen und kleinen Sanddünen bestehenden Urlandschaft schlagen wir heute unser Nachtlager auf (F, ME, AE).

15. Tag
Tassili Kezen – Gouro
Unser Weg führt uns in südlicher Richtung zuerst durch eine Tassili-Landschaft mit hohen Felswänden aus Sandstein, die östlich des Emi Koussi liegt, und später durch eine weitläufige Region vulkanischen Ursprungs. Über Wadi Drosso, an einigen kleinen Dünen vorbei erreichen wir dann am späten Nachmittag das in einer Mulde malerisch am Fuße einer Felswand gelegene und von Palmen umgebene Tubu-Dorf Gouro. Wir suchen uns außerhalb des Dorfes eine schöne Stelle für die Nacht (F, ME, AE).

16. + 17. Tag
Gouro – Ounianga-Seen – Depression Mourdi
Wir setzen unsere Reise in südlicher Richtung fort und stellen schon bald fest, dass sich die Landschaft ändert. Sie wird noch flacher, weiter und lebensfeindlicher. Über staubige Ebenen fahren wir an einzelnen Dünen vorbei und gelangen zu einem weiteren Höhepunkt dieser Reise – zur ersten Seen-Gruppe der Ounianga-Seen. Wir beginnen mit dem Besuch von Ounianga-Kebir und werden uns beim örtlichen Polizei-Posten anmelden, bevor wir zu Fuß zum Ufer des Sees gehen und dieses Naturwunder inmitten einer trockenen und lebensfeindlichen Wüstenlandschaft bewundern. Wir nehmen uns Zeit für schöne Aufnahmen und werden danach in einem sandigen Gebiet in der Nähe des Sees einen idyllischen Platz für unser Nachtlager suchen.
Am nächsten Tag besuchen wir Ounianga-Serir. Wir erreichen die Gruppe der Seen von Ounianga-Serir am Vormittag und nach einem ausgiebigen Besuch fahren wir weiter zum nahegelegenen Süßwasser-See Boko, in dessen unmittelbarer Nähe wir unsere Mittagpause verbringen. Es besteht hier die Möglichkeit zu baden, Spaziergänge am See-Ufer zu unternehmen oder im Schatten einer Palme zu sitzen und mit Blick auf den See seinen Gedanken nachzuhängen. Nach der Mittagpause fahren wir weiter und schlagen unser Nachtlager in den nördlichen Ausläufern der Mourdi-Depression auf (F, ME, AE).

Tschad   Tschad

18. – 21. Tag
Depression Mourdi – Ennedi (Guelta von Archeï – Aloba)
Die Depression Mourdi verlassend erreichen wir zunächst die Tassili-Landschaft von Bischagara, ein faszinierendes Wüstengebiet, das von Sand und einzelnen Felsformationen gekennzeichnet ist. Mit großem Glück können wir hier noch auf eine der Salzkarawanen treffen. Danach machen wir Halt in Fada, dem Hauptort des Ennedi und Sitz der Präfektur. Die hier vorherrschenden Häuser sind aus Lehmziegeln gebaut und das Städtchen ist umgeben von einigen grünen Dattelpalmen.
Auf dem Markt können wir die hier lebenden Menschen aus den Stämmen der Bedeyat, Gaeda und Zagawa kennen lernen und versuchen, unsere Vorräte aufzufüllen, was wie immer im Tschad nicht einfach sein wird.
Die meisten Ethnien im Norden des Landes sind traditionell Hirtenvölker und sehen die Arbeit in der Landwirtschaft als tendenziell unwürdig und minderwertig an. Dies hat zur Folge, dass hier überall nur sehr wenig Landwirtschaft betrieben wird und es – mit Ausnahme der Hauptstadt – daher auch nur sehr wenig Gemüse oder sogar Obst zu kaufen gibt. Das geringe Pro-Kopf-Jahreseinkommen (vorliegende Zahlen aus dem Jahr 2008 gehen von ca. 600 Euro aus) trägt dazu bei, dass entsprechend der bescheidenen Nachfrage, das Angebot an Lebensmitteln aller Art eher übersichtlich ist.
Nachdem wir hoffentlich trotzdem unsere Vorräte ergänzen konnten, tauchen wir nun ein ins Ennedi-Gebiet, eine der schönsten und weniger bereisten Landschaften der Sahara, die daher auch als „kaum bekannte Perle der Sahara“ bezeichnet wird. Weit am Horizont liegend taucht langsam das Ennedi-Massiv auf und bald wird die Landschaft spektakulärer. Die zahlreichen Steinformationen sind höchstwahrscheinlich durch Erosion von unterschiedlich hartem Sandstein entstanden und haben hier einzigartige Pfeiler, Brücken und Bögen gebildet. Auch Pilzfelsen, die für die Verwitterung in der Wüste besonders typisch sind, bekommen wir zu sehen. Durch den am Boden dahin wehenden Sand, der bei den häufigen Winden und besonders bei Sandsturm die Kraft eines Sandstrahlgebläses bekommt, wird der freistehende Fels derart geschliffen, dass die bodennahen Teile schärfer abgenagt werden als die höher aufragenden – so lassen Wind und Sand die Pilzform entstehen.
In den tief eingeschnittenen Tälern gibt es in dieser Wüstenregion noch genügend Feuchtigkeit für eine reichhaltige Vegetation, die Nahrung für große Kamelherden bietet. Besitzer der meisten Kamelherden dieser Region sind die Bideyat-Nomaden, ein Volksstamm der hier bereits seit Generationen mit seinen Familien und Herden umherzieht. Bald erreichen wir die berühmte Schlucht von Archeï. Diese einmalige Schlucht liegt inmitten von 120 Meter hoch aufragenden Felsen und bietet mit ihren Wasserbecken gleichzeitig mehreren Kamelherden Platz zum Trinken. Im abgelegendsten Teil ganz am Ende der Schlucht – den wir auf einer ca. 1-stündigen Wanderung durch felsiges Gelände erreichen – tummeln sich in den reinen Gewässern sogar noch einige Exemplare saharischer Krokodile; nach aktuellen Zählungen sollen es derzeit genau noch sieben Stück sein. Sie sind kleiner als die sonst bekannten Nilkrokodile und ihr Vorkommen in dieser Form ist sonst nur noch aus dem mauretanischen Matmata bekannt.
Wir nehmen uns Zeit, die Ennedi-Gegend mit all ihren Facetten und ihren zahlreichen teils versteckten Felsbilder zu erkunden und dabei unvergessliche Aufnahmen zu machen. Die Mehrheit der im Ennedi zu findenden Felsbilder sind Malereien aus der Rinder-, Pferde- und Kamelperiode.
Nach den vorherrschend dargestellten Motiven hat man die Felsbilder der Sahara in fünf große Gruppen eingeteilt und in einen groben zeitlichen Rahmen eingeordnet. Am Beginn steht die „Jägerperiode, oder Bubalus-Periode“ vor 6.000 v. Chr. gefolgt von der „Rundkopf-Periode“, 6000 – 5000 v. Chr.; der „Rinder-Periode“, 5000 – 2500 v. Chr.; danach die „Pferde-Periode“, 1500 v. Chr. – Zeitwende und am jüngsten sind sie Felsbilder aus der „Kamel-Periode“, Zeitwende bis heute. Die ältesten Felsbilder sind durch Bilder gekennzeichnet, auf denen vorwiegend Wildtiere dargestellt sind, wie zum Beispiel der Bubalus antiquus, eine ausgestorbene Büffelart. Ein Zeichen dafür, dass das Gebiet damals von Jägern bewohnt wurde. In der Zeit von etwa 6000 v. Chr. bis 5000 v. Chr. tritt der Mensch selbst in den Mittelpunkt des Interesses. Die dargestellten Figuren gaben aufgrund ihrer oft kreisförmig dargestellten Köpfe dieser Periode ihren Namen – Rundkopf-Periode. Malereien dieser Periode sind bisher nur aus dem Tassili n’Ajjer Algeriens und dem Akakus Libyens bekannt. Von 5000 bis mindestens 2000 v. Chr. wurden dann die Wildtiere und Jäger von Menschen abgelöst, die sich große Haustierherden hielten und Fels- und Höhlenbilder in einem hervorragenden naturalistischen Stil malten. Diese Periode wird allgemein als Rinderzeit bezeichnet. Etwa um 1.000 v. Chr., als die Sahara durch Handels- oder Militärexpeditionen vom Norden her erschlossen wurde, führte man das Pferd ein; um diese Zeit wurde das Klima in der Sahara allmählich trockener. Diese Periode wird als Pferdezeit bezeichnet. Kamele kamen um die Zeitwende auf und verdrängten schließlich sowohl Viehherden als auch Pferde – was darauf schließen lässt, dass sich damals die Sahara immer mehr in Wüste verwandelte. Die lebenserhaltende Vegetation wurde spärlicher – wahrscheinlich infolge langfristiger klimatischer Veränderungen, deren Auswirkungen vielleicht durch Überweidung noch verschlimmert wurden – und die Sahara-Völker mussten schließlich ganz in andere Gegenden auswandern weswegen große Teile der Sahara heute menschenleer sind. Im Weiteren sehen wir den großen Felsbogen Aloba, die Schluchten Bachiguelé und Bechiké, um nur einige Plätze zu nennen (F, ME, AE).

22. Tag
Ennedi – Wadi Haouach
Heute verbringen wir den Vormittag im Ennedi um weitere Felsbilder und landschaftliche Schönheiten zu sehen bevor wir am Nachmittag dieses faszinierende Gebiet in südlicher Richtung verlassen. Eine Ebene hinter uns lassend, queren wir einige Wadis in denen sich manchmal Tubu-Nomaden mit ihren Tieren aufhalten. In der Nähe des Wadi Haouach suchen wir einen geeigneten Platz für unser Nachtlager (F, ME, AE).

23. - 25. Tag
Wadi Haouach – Abéché – N‘Djamena
Langsam aber sicher lassen wir die Wüstenlandschaften hinter uns und kommen von wüstenartigen in savannenartige Landschaften. Wir fahren über den Ort Oum Chalouba und andere kleine Dörfer wie Arada und erreichen den Ort Biltine. Hier leben keine Tubu-Nomaden sondern Bauern der ethnischen Gruppe der Ouaddai. Nach einer Übernachtung nahe Biltine erreichen wir die Stadt Abéché. Ab hier fahren wir meist über gute Asphaltstraße durch viele kleine Orte mit typisch afrikanischen Märkten, die von Frauen dominiert sind, die hier ihre Waren anbieten. Die Vegetation in diesem Gebiet ist meist üppig und grün. Es gibt einige kleine Berge und Felder. Die meisten Menschen hier leben von Landwirtschaft und Tierzucht. Nach einer Übernachtung in der Nähe des Ortes Mangalmé fahren wir über den größeren Ort Mongo nach Bitkine und Bokoro. In diesen letzten Tagen unserer Rückreise werden wir so viele Menschen und auch Tiere sehen, wie auf unserer gesamten Reise bisher nicht. So können wir im Vorbeifahren einen Eindruck davon bekommen, welche Vielfalt an Ethnien im Tschad leben, wie die Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten, wo und wie sie wohnen. So die Zeit reicht und Interesse besteht, werden wir in einigen der Ortschaften anhalten und den Märkten einen Besuch abstatten – sicherlich nicht, ohne als Attraktion von den Einheimischen bestaunt zu werden.
Am vorletzten Reisetag im Tschad steht uns eine sehr lange Etappe bevor, da wir heute die Hauptstadt erreichen müssen. Wir kommen dort am späten am späten Nachmittag an und beziehen unser Hotel (F).

26. Tag
N’Djamena – Addis Abeba
Nachdem alle ausgeschlafen und geduscht haben, besteht am Vormittag vielleicht noch die Möglichkeit zu einem kurzen Stadtbummel um Erinnerungen zu erwerben. Transfer zum Flughafen und Flug am frühen Nachmittag von N’Djamena nach Addis Abeba. In der Nacht Weiterflug nach Frankfurt (F).

27. Tag
Addis Abeba – Frankfurt am Main
Ankunft in Frankfurt am Main am Morgen.


Verpflegung: F: Frühstück, ME: Mittagessen, AE: Abendessen

Anforderungen: Reise mit Expeditionscharakter, die Ausdauer, Abenteuerlust, Komfortverzicht und Toleranz gegenüber anderen Kulturen erfordert. Lange Tagesetappen von ca. 5-8 Stunden, an Transfertagen sogar länger. Nahezu täglich ein optionaler 1/2 bis einstündiger Spaziergang nach dem Frühstück. Tagestemperaturen von ca. 18 - 32° C bei Höhen von ca. 200 - 2500 m.

Gesundheit: Schutzimpfung gegen Hepatitis A + B empfohlen
Malaria-Prophylaxe dringend empfohlen
Gelbfieber-Impfung vorgeschrieben

Veranstalter:
Kooperationspartner

Bedu Expeditionen