Artsakh

Armenien

Armenien

Hayastan & Artsakh

15tägige Kultur- und Naturrundreise mit Abstecher nach Artsakh (Berg-Karabach) - das Land, das es offiziell gar nicht gibt

Vom modernen Jerewan geht es zunächst durch den bewaldeten Norden von Armenien zum Sevansee. Für drei Tage verlassen wir anschließend das Land und machen einen Abstecher in das touristisch weniger erschlossene Artsakh (auf deutsch Berg-Karabach). Dieses zwischen Armenien und Azerbaidschan umstrittene Gebiet möchte gerne unabhängig sein (und erteilt bei Ankunft sogar eigene Visa), ist aber international nicht anerkannt und gehört defacto zu Armenien.
Anschließend erschließen wir den Süden von Armenien mit seinen schroffen Bergen. Immer wieder werden wir Kirchen und Klöster besuchen, die aber nicht nur aufgrund ihrer Geschichte und Architektur interessant sind, sondern zumeist auch landschaftlich wunderschön liegen.
Kleinere Wanderungen von etwa 2 Stunden Länge lockern das Programm auf und lassen uns die Umgebung genießen. Und immer wieder werden wir in Kontakt mit der Bevölkerung kommen: sei es bei einem Mittagessen in einer Familie oder einer Übernachtung in einer kleinen Pension. Die Herzlichkeit der Armenier - die ihr Land selbst Hayastan nennen - wird eine der eindrücklichsten Erinnerungen an diese Reise bleiben.

Anforderungen:
Für die Wanderungen ist eine durchschnittliche Kondition ausreichend, notfalls ist auch das Mitfahren im Wagen möglich.

Termine & Preise:
13.06.2020-27.06.2020  EUR 1950

EZ-Zuschlag:  EUR 180
Rail&Fly (Zug zum Flughafen):  EUR 65

Teilnehmer:
min. 6 - max. 10 Personen (Gruppenreise)
Die Mindestteilnehmerzahl bei dieser Reise beträgt 6 Personen. Sie muss bis 21 Tage vor Reisebeginn erreicht sein, eine Absage ist bis dahin möglich.

Leistungen:
Linienflug ab/an Frankfurt nach Jerewan und zurück (in der Regel Umsteigeverbindung); Eintritte lt. Programm; alle Transporte im Land wie beschrieben im Minibus; 13 Übernachtungen in Hotels und Gasthäusern; Halbpension (Details siehe Tourverlauf, Frühstück/Mittagessen/Abendessen); deutschsprachige lokale Reiseleitung

Nicht enthalten:
nicht genannte Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Persönliches

Mobilitätshinweis:
Wir sind verpflichtet darauf hinzuweisen, dass diese Reise grundsätzlich für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet ist. Im Einzelfall sprechen Sie uns bitte an, evtl. können wir eine Lösung finden.

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Tourverlauf:

1. Tag
Anreise
Am frühen Nachmittag Abflug in Frankfurt (München, Düsseldorf und Berlin evtl. auf Anfrage möglich), Ankunft in Jerewan kurz vor Mitternacht. Empfang durch die örtliche Reiseleitung und Transfer zum Hotel. Übernachtung in Jerewan (-/-/-)

2. Tag
Sonnenstadt Jerewan
Wir starten mit der Besichtigung der armenischen Hauptstadt, die kreisförmig angelegt wurde und daher auch die Sonnenstadt genannt wird. Zunächst ein schöner Spaziergang im Herzen der Stadt: Platz der Republik, Blaue Moschee, die Nationaloper. Vorbei an "Radio Eriwan" fahren wir zu einer Art Kunstmuseum (Kaskade-Komplex) unter dem freien Himmel, in dem wir verschiedene originelle Kunstwerke zeitgenössischer Künstler sehen können.
Eine kurze Fahrt bringt uns in das alte Etschmiadsin. Hier besuchen wir die Hauptkirche des Katholikos von Armenien mit ihrem späten Dekorschmuck und den Gräbern der Kirchenfürsten und haben vielleicht sogar die Möglichkeit zur Teilnahme am berühmten Gottesdienst. Am Nachmittag besichtigen wir die Sankt-Hripsime-Kirche aus dem 7. Jahrhundert, die prägend für die Architektur der armenischen Kirchen ist und - wie so viele andere Stätten Armeniens - auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes steht. Übernachtung in Jerewan (F/M/-).

3. Tag
Aragats
Wir starten mit der Fahrt zum Berg Aragats (4095m), dem höchsten Berg Armeniens. Am Fuße des mächtigen Aragats befinden sich alte Zentren des Christentums. Hier besuchen wir des Psalmenklosters Saghmosavank aus dem 13. Jh.. Das Mittagessen nehmen wir bei einer Privatfamilie in der Stadt Ashtarak, wo für uns das armenische Brot Lavasch gebacken wird, ein. Am Nachmittag machen wir eine leichte Wanderung zur Festung Amberd (2300m), die zwischen den Bergen Ararat und Aragats liegt. Weiterfahrt nach Nord-Westen Armeniens. Übernachtung in Gyumri (F/M/-).

Kaskade-Komplex, Jerewan, Armenien Aragats, Armenien

4. Tag
Marmaschen - Odzun - Alaverdi
Nach dem Frühstück fahren wir zur armenisch-türkischen Grenze. Am Ufer des Flusses Achuryan befindet sich das ehemalige Kloster Marmaschen (11. Jh.), von wo man einen tollen Blick auf den Berg Aragats hat. Weiterfahrt in den Norden Armeniens zur Kathedrale von Odzun (6. Jh.). Beide Kirchenzentren sind bedeutende Relikte der Armenisch Apostolischen Kirche. Am Nachmittag erreichen wir die Städte Alaverdi und Haghpat. Übernachtung in Haghpat (F/-/A).

5. Tag
Haghpat
Im waldreichsten Gebiet Armeniens mit seinen unzugänglichen Dörfern verbergen sich bedeutende Klöster und Bildungsstätten des Mittelalters. Wir unternehmen eine etwa dreistündige Wanderung, bis wir das auf einem Hochplateau mit herrlicher Aussicht gelegene Kloster Haghpat erreichen. Besichtigung der Kirche Achtala, die komplett mit Fresken bedeckt ist. Hier sehen wir eine wunderschöne Malerei mit mehreren Schichten, die religiöse Szenen aus der armenischen, georgischen und byzantinischen Geschichte erzählen. Übernachtung in Haghpat (F/-/A).

6. Tag
In den Wäldern
Über Noyemberyan fahren wir zur Stadt Idshevan, wo wir zunächst einen schönen Spaziergang durch das Zentrum machen. Danach besichtigen wir das mittelalterliche Kloster Goschavank (12. Jh), das für die besonders fein gearbeiteten Chatschkare (Kreuzsteine) bekannt ist. Zudem erwarten uns hier saftige Bergwiesen und ein tolles Bergpanorama.
Nur wenige Kilometer weiter führt uns der heutiger Weg noch zum ehemaligen Kloster Haghartsin (13. Jahrhundert). Die hier zu findenden Kreuzsteine haben einen hohen künstlerischen Wert; u.a. finden sich hier Meisterwerke des berühnten Steinmetzes Pavgos. Abendessen bei einer Privatfamilie in der Stadt Dilidshan, bei der uns typisch armenische Gerichte serviert werden. Übernachtung in Dilidshan (F/-/A).

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7. Tag
Auf nach Artsakh (Berg-Karabach)
Am Vormittag fahren wir zum Sevansee, der "blauen Perle Armeniens". Hier besuchen wir auf der Halbinsel das Sevankloster (9. Jh.). Diese Halbinsel war einst eine Insel und diente als Verbannungsort des armenischen Adels. Entlang des Sevansees fahren wir zum Friedhof von Noradus. Es ist ein mittelalterliches Gräberfeld und mit seinen rund 900 Chatschkaren das weltweit größte seiner Art.
Wir umrunden den südlichen Teil des Sevansee und fahren ins Land der Berge Richtung Aserbaidschan. Kurz nach dem Landesübertritt nach Artsakh / Berg-Karabach besichtigen wir das wunderschöne Kloster Dadivank (9. Jh.). Einer Legende nach wurde der Heilige Thaddäus, ein christlicher Märtyrer in den Mauern des Klosters begraben. Am späten Nachmittag erreichen wir die Stadt Stepanakert. Übernachtung in Stepanakert (F/-/A).

8. Tag
Berg-Karabach
Unser erster Ausflug heute führt uns zur Festung Tigranakert (1. Jh vor Ch.). Die Festung bietet im wahrsten Sinne des Wortes die Möglichkeit, mit den historischen Wurzeln des armenischen Volkes in Berührung zu kommen. Seit wenigen Jahren finden hier archäologische Ausgrabungen statt. Weiter fahren wir zum Symbol des Landes, das Kloster Gandzasar (13. Jh.), das im Armenischen "Schatzberg" bedeutet. Vom Kloster aus haben wir einen schönen Ausblick auf das umgebende Wald- und Berggebiet.
Am Nachmittag fahren wir zurück in die Hauptstadt von Berg-Karabach, Stepanakert. Hier unternehmen wir einen kleinen Spaziergang in der Abenddämmerung, die uns die erleuchtete Stadt aus einer anderen Perspektive zeigt. Übernachtung in Stepanakert (F/-/A).

9. Tag
Schlucht Unot "Nasse Regenschirme" - Amaras
Heute wandern wir zunächst in die Unotschlucht, die als natürliches Landschaftsdenkmal Artsakhs gilt. Hier befinden sich an ein Regenschirm erinnernde "Sontikner" (d.h. Regenschirme), dass im Grunde abstehende Gesimsen Höhlen sind, die infolge von Nässe mit Moos bewachsen sind. In der schönen Natur verweilen wir für ein Picknick. Anschließend besuchen wir das Kloster Amaras (4. Jh), dass in der armenischen Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Zum einen wurde das Kloster von dem legendären Gregor dem Erleuchter gegründet, der den armenischen König Trdat III. im Jahr 301 taufte und damit das armenische Königreich zum ersten christlichen Staat in der Geschichte machte. Zum anderen soll der Erfinder des armenischen Alphabetes, Mesrop Maschtoz, hier eine Schule gründet haben. Übernachtung in Stepanakert (F/Picknick/A).

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10. Tag
Bauernmarkt Stepanakert - Schuschi - Chndzoresk - Goris
Am Vormittag besuchen wir in Stepanakert den Bauernmarkt, der Ware von Bauern aus dem Umland anbietet. Neben viel Obst und eingelegtes Gemüse, gibt es hier die Möglichkeit, den frischgebackenen, traditionellen 12-Kräuterbrot (jingalov hat) zu probieren. Bevor wir das autonome Artsakh (Berg-Karabach) wieder verlassen, besuchen wir die geschichtlich historische Stadt Şuşa (Schuschi). Die Stadt war in den 1990er-Berg-Karabach-Konflikt der wichtigste Stützpunkt der Aserbaidschaner in Berg-Karabach. Am 8./9. Mai 1992 haben armenische Verbände mit Schuschi die letzte Stadt Berg-Karabachs eingenommen. Im Zuge dessen wurden praktisch alle aserbaidschanischen Einwohner vertrieben. Noch immer sind große Teile der Stadt Ruinen.
Am Nachmittag erreichen wir unmittelbar nach der armenischen Landesgrenze das Dorf Chndzoresk. Bekannt ist das Dorf wegen seiner bizarren Felsformationen und zahlreichen Höhlen, die man über eine Hängebrücke erreichen kann und von denen einige bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch bewohnt waren. Abendessen bei einer Privatfamilie, wo uns typisch armenische Gerichte serviert werden. Übernachtung in Goris (F/-/A).

11. Tag
Tatew - Karahundsh - Dschermuk
Unser erstes Ausflugsziel heute ist die Klosteranlage Tatew, das im Jahr 895 gegründet wurde und eines der bedeutendsten Architekturdenkmäler des Landes ist. Binnen 11 Minuten und mit Ausblick über die Worotan-Schlucht erreichen wir das Kloster mit der längsten Seilbahn der Welt (Länge ca. 5,7 km), das auch im Guiness Buch der Rekorde verzeichnet ist. Anschließend fahren wir zum prähistorischen Sonnen-, Mond- und Stern-Observatorium Karahudsh, dessen Alter auf über 6000 Jahre geschätzt wird. An diesem ugs. „armenische Stonehenge“-Ort sind insg. 222 Basaltsteine, in denen sich einige kreisrunde Löcher befinden, so angeordnet, dass sie vermutlich zu astronomischen Beobachtungen genutzt wurden. Übernachtung in Dschermuk (F/-/A).

12. Tag
Dschermuk - Arpa-Schlucht
Am Vormittag besuchen wir den über 2000 m hoch gelegenen Kurort Dschermuk, der wegen seiner Thermalquellen und dem Mineralwasser bekannt ist. Eine Wanderung über Hügel und Wiesen führt uns zu Mineralquellen (Hot Springs) im Wald, wo wir die Möglichkeit haben, im warmen Wasser zu baden. Unterwegs verweilen wir für ein Picknick. Danach steigen wir weiter in die Schlucht von Arpa, zum Wasserfall ab. Übernachtung in Dschermuk (F/Picknick/A).

13. Tag
Ararat
Heute erkunden wir die Araratebene, wo Noah nach dem Abstieg auf dem Berg Ararat die erste Weinrebe gepflanzt hat. Die Araratebene spielt eine wichtige Rolle im Weinbau des Landes. Der Weinbau geht in dieser Region auf 3. Jh. v. Chr. zurück. In einer Höhle in der Provinz wurden Weinfässer mit Weinspuren aus dieser Zeit gefunden. Hier wächst die endemische Weinrebe Areni, wovon der bekannte Rotwein “Areni“ gemacht wird.
Im weiteren Verlauf besichtigen wir das am Ende der wunderschönen Schlucht Amaghu gelegene Kloster Noravank. Das Kloster beeindruckt durch seinen Außenrelief und rötliche Fassade, weshalb es bei untergehender Sonne kaum von seiner felsigen Umgebung zu unterscheiden ist. Anschließend fahren wir weiter zum Kloster Chor Virap, wo wir einen herrlichen Blick auf den Berg Ararat genießen. Das Abendessen nehmen wir in einer Bäckerei bei einer armenischen Privatfamilie ein. Hier dürfen wir beim Backen des armenische Brotes Lavasch (Fladenbrot nach traditioneller Art) zuschauen. Übernachtung in Garni (F/-/A).

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14. Tag
Garni - Basaltschlucht von Asat - Geghard - Jerewan
Heute starten wir zum Ausflug nach Garni, das einst Sommersitz der armenischen Könige war, und wo wir den einzigen im Kaukasus erhaltenen hellenistischen Tempel (aus dem 1. Jh.) besuchen. Weiter führt uns eine wunderschöne Wanderung von ca. 1,5 Stunden hinab in die Schlucht von Asat, in der wir beeindruckende Basaltformationen bewundern können, die mehrere Hundert Meter hoch die Schluchtwände bilden.
Am Nachmittag fahren wir weiter nach Geghard, einem letzten Höhepunkt der Reise. Wir besichtigen hier das Höhlenkloster, das zu den schönsten Klöstern im Kaukasus zählt und ein bedeutender Wallfahrtsort Armeniens ist. Am Ende des Tages bleibt uns noch Zeit für eine Führung in der Matenadaran Zentralarchiv in Jerewan, die eine der größten und wertvollsten Handschriftensammlung der Erde beherbergt. Am Abend gemeinsames Abschlussessen. Übernachtung in Jerewan (F/M/A).

15. Tag
Rückflug
Früh Morgens Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

Veranstalter:
Bedu Expeditionen

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